• Bei mir ist eine Insulinresistenz festgestellt worden. Wie kann ich einer drohenden Zuckererkrankung vorbeugen?

    Der beste Weg, um die Gefahr eines Diabetes mellitus zu senken, ist ein Normalgewicht zu halten. Medikamente wie Metformin oder Glitazone, die die Sensibilität der Zellen auf Insulin fördern, können ggf. eine Entstehung eines Diabetes verzögern oder sogar verhindern. Genauso wie bei Metformin sind die Glitazone aber für die Behandlung des PCOS nicht zugelassen.

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  • Benötigen Frauen mit PCOS eine spezielle Schwangerschaftsbetreuung?

    Einige spezielle Untersuchungen machen besonders Sinn, wie beispielsweise eine frühere Untersuchungen auf Schwangerschaftsdiabetes oder regelmäßige Blutzuckerüberwachung. Zudem sollte die Schilddrüsenfunktion überwacht werden. Dies ist insbesondere für Frauen notwendig, die bereits Schilddrüsenmedikamente erhalten. Der Bedarf an Schilddrüsenhormonen in der Schwangerschaft ist erhöht.

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  • Darf ich währende einer Metformintherapie Alkohol trinken, oder muss ich ganz darauf verzichten?

    Von Alkoholkonsum wird bei einer Behandlung mit Metformin abgeraten, obwohl es nicht strikt verboten ist. Man könnte die Wirkung von Alkohol früher verspüren und Alkoholvergiftungen treten früher auf. Es erhöht zudem die Gefahr einer Unterzuckerung. Alkohol könnte in Zusammenhang mit Metformin die Milchsäure im Blut erhöhen und somit das Risiko einer Lakatazidose erhöhen (Siehe „Welche Nebenwirkungen habe ich zu erwarten?“).
    Sie müssen also nicht vollständig auf Alkohol verzichten, allerdings sollten Sie exzessiven Alkoholkonsum meiden.
  • Gibt es auch Alternativen zur Temperaturmessmethode?

    Wenn Ihnen die Temperaturmessmethode oder die Bestimmung von Cervixschleim zu zeitaufwendig oder schwierig vorkommen, können Sie auch Hormontests oder Zykluscomputer verwenden.

    Die in jeder Apotheke erhältlichen Hormontests basieren auf einer Messung des Luteinisierenden Hormons (LH) im Urin. LH wird in der Hirnanhangsdrüse gebildet und steigt etwa drei Tage vor dem Eisprung an. Ein positives Ergebnis auf dem Teststreifen repräsentiert einen LH-Anstieg und deutet auf einen Eisprung in den nächsten 24 – 36 Stunden hin.

    Zu beachten ist aber, dass bei Frauen mit PCOS häufig das Hormon LH schon am Zyklusbeginn erhöht ist, bzw. ein hoher LH-Spiegel auch unabhängig von dem Eisprung gemessen wird. Das sieht man in den Hormonanalysen (LH > 12 mIU/ml bzw. das Verhältnis von den Hormonwerten LH/FSH > 2).

    Wenn Sie über mehrere Tage / Wochen ein positives Ergebnis auf dem Teststreifen sehen (also über mehrere Tage / Wochen fruchtbar sind, was an sich nicht geht), dann können Sie diese Methode nicht anwenden.

    Als Kontrolle können Sie auch prüfen, ob die Periode auch wirklich 2 Wochen nach den angezeigten fruchtbaren Tagen kommt. Egal wie lang Ihr Zyklus sonst ist, nach dem Eisprung ist die 2. Zyklushälfte - sog. Gelbkörperphase in der Regel 12-14 Tage lang.

    Die erhältlichen Zykluscomputer basieren auf der Messung der Körpertemperatur. Der Computer errechnet Ihnen die fruchtbaren Tage auf der Basis der vorausgegangenen Zyklen, vorausgesetzt diese waren regelmässig. Diese Rechner sind deshalb meist nicht geeignet für Frauen mit einer verlängerten Zyklusdauer.

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  • Gibt es einen speziellen Test, mit dem PCOS sicher festgestellt werden kann?

    Aktuell gibt es keinen einzelnen PCOS-Test, da die genaue Ursache des PCOS noch nicht bekannt ist. Deshalb gibt es viele verschiedene Meinungen, wie dieses Syndrom diagnostiziert und therapiert werden sollte.
    Zur Zeit ist die gängigste Definition nach den NIH-Kriterien. Es gibt aber auch eine neuere Definition nach den Rotterdam Kriterien, deren genaue Kriterien unten näher erläutert werden. (Siehe „Wie wird die Diagnose PCOS gestellt?“)

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  • Gibt es noch andere Bezeichnungen für PCOS?

    Es wird auch als Stein-Leventhal-Syndrom, hyperandrogenämische chronische Anovulation oder funktioneller ovarieller Hyperandrogenismus bezeichnet.

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  • Gibt es Spätfolgen, die ich befürchten muss?

    PCOS ist assoziiert mit einem erhöhten Risiko für Gebärmutterschleimhautverdickung, Gebärmutterschleimhautkrebs, Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck und Herzerkrankungen. Aus diesem Grunde sollte ein PCOS therapiert werden, auch wenn Sie keinen Kinderwunsch haben. Es existieren vielfältige Therapiemöglichkeiten, die dem Entstehen von möglichen Spätfolgen vorbeugen können.
  • Helfen Insulinsensitizer oder Metformin die Ergebnisse bei einer In-vitro-Fertilisation zu verbessern?

    Die Datenlage bezüglich des Einsatzes von Metformin oder Glitazonen im Rahmen einer künstlichen Befruchtung sind sehr beschränkt. Es ist möglich, dass die Einnahme von Metformin die Anzahl reifer Eizellen erhöht und somit auch die Erfolgsrate der künstlichen Befruchtung erhöht.

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  • Hilft Clomiphen auch Frauen mit PCOS?

    Clomiphen kann auch Ihnen helfen. Allerdings werden nur 40% aller PCOS-Frauen, die mit Clomiphen einen Eisprung bekommen, schwanger. Die meisten Ärzte empfehlen maximal sechs Versuche.

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  • Ich bin trotz PCOS schwanger. Gibt es ein erhöhtes Risiko für mich, einen Schwangerschaftszucker zu bekommen?

    Viele Frauen mit PCOS sind insulinresistent, und eine Schwangerschaft birgt eine Zeit der erhöhten Zuckerintoleranz in sich. Kombiniert ergibt sich also eine erhöhte Gefahr für den sogenannten Schwangerschaftsdiabetes. Deshalb sollten Sie Ihren Frauenarzt bitten einen Blutzuckertest früher durchzuführen (1.Trimenon) als es in der Schwangerschaftsvorsorge üblich ist.
  • Ich bin unter Metformin schwanger geworden. Ich habe gehört, dass einige Frauen Metformin auch in der Schwangerschaft weiternehmen. Was halten Sie davon? Gibt es irgendwelche Erfahrungen?

    Erst einmal: "Herzlichen Glückwunsch!"
    Die ersten Studien zu Metformin in der Schwangerschaft zeigen positive Erfolge mit einer Reduzierung der Zahl an Schwangerschaftszucker und Frühaborten. Wir nehmen an, dass es in Zukunft immer mehr Frauen geben wird, die Metformin in der Schwangerschaft fortführen. Aufgrund der bislang jedoch fehlenden großen kontrollierten Studien zu Metformin in der Schwangerschaft halten wir den Einsatz noch nicht für gesichert, so dass wir das Absetzen in der Schwangerschaft empfehlen.

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  • Ich glaube, ich habe PCOS. Welcher Arzt kann meinen Verdacht bestätigen und mich optimal therapieren?

    Es gibt keinen speziellen Titel, der garantiert, dass sich ein Arzt gut mit der Diagnose und der Therapie des PCOS auskennt. Jeder Arzt, der mit PCOS vertraut ist, kann die Diagnose stellen, aber diese Erkrankung ist kompliziert und sollte am besten von einem Spezialisten behandelt werden.
    In Deutschland gibt es einige Zentren, die sich eingehend mit dem PCOS beschäftigen, z.B. an den Unikliniken Aachen, Dresden, Essen, Hannover, Lübeck und Münster. Ansonsten sind viele Endokrinologen, Reproduktionsmediziner und Gynäkologen mit endokrinologischem Schwerpunkt mit PCOS vertraut.
    Im allgemeinen sind Dermatologen sehr erfahren in der Behandlung der Hauterscheinungen des PCOS, wie Hirsutismus, Akne oder Alopezie.

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  • Ich habe das PCO-Syndrom und eine Schilddrüsenunterfunktion. Haben diese beiden Erkrankungen etwas miteinander zu tun?

    Studien belegen, dass es einen Zusammenhang zwischen PCOS und einer Art der Schilddrüsenentzündung, der Hashimoto-Thyreoiditis gibt. Bei dieser Erkrankung kann es zur Schilddrüsenunterfunktion kommen. Da eine unerkannte Schilddrüsenunterfunktion Ursache eines unerfüllten Kinderwunsches sein kann, sollten bei PCOS die Schilddrüsenhormone bestimmt werden.
  • Ich habe gehört, dass eine „Laserstichelung“ der Eierstöcke bei meinem PCOS helfen kann. Soll ich es bei mir durchführen lassen?

    Da in der Vergangenheit eine Verbesserung der Symptomatik bei Patientinnen nach eine Keilresektion der Ovarien festgestellt wurde, bemerkten viele Chirurgen, dass auch eine Stichelung der Eierstöcke mit Hilfe eines Lasers zumindest zeitweise Abhilfe verschaffen konnte. Bei der Stichelung (oder auch Punktion genannt) erfolgen 4-20 Einstiche mit einer schmalen Nadel in die äußeren Teile des Eierstockes. Ein Stromstoß durch die Nadel zerstört kleine Teile des Eierstocks. Oft kann ein Austritt einer kleinen Menge an Flüssigkeit aus den Zysten beobachtet werden, während die Punktion durchgeführt wird. Alternativ wird ein Laser anstelle des Stromes verwendet. Der Laser führt zu dem gleichen Erfolg, bringt aber den möglichen Nachteil größerer Oberflächenverletzungen und der Gefahr der Narbenbildung mit sich.
    Im Rahmen des PCOS sollte die Chirurgie nicht die Therapie der ersten Wahl sein, weil die möglichen Spätfolgen nicht abzuschätzen sind. Ein guter Zeitpunkt für diese Behandlungsmöglichkeit kann während einer diagnostischen Laparoskopie oder im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation sein.

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  • Ich habe jetzt unter Metformin erheblich abgenommen. Muss ich die Dosis reduzieren?

    Nein. Die Dosis bleibt bei zweimal täglich 850 mg zu den Mahlzeiten.
    Das Gewicht pendelt sich irgendwann ein. Sie brauchen keine Angst haben, zuviel Gewicht zu verlieren.

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  • Ich habe PCOS, aber bei mir liegt keine Insulinresistenz vor. Kann mir Metformin trotzdem helfen?

    Auch Frauen ohne Insulinresistenz profitieren von einer Metformin-Therapie. Der genaue Mechanismus ist allerdings noch nicht bekannt.

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  • Ich habe PCOS und es ist eine Insulinresistenz festgestellt worden. Was ist das genau?

    Insulin ist ein Botenstoff des Körpers, der u.a. verschiedenen Körperzellen vermittelt, Zucker aus dem Blut aufzunehmen. Bei der Insulinresistenz können die Empfängerstationen der Körperzellen diese Botschaft nicht richtig verarbeiten. Die Zellen entfernen also nicht genug Zucker aus dem Blut. Die Bauchspeicheldrüse reagiert auf diesen Missstand mit einer erhöhten Ausschüttung von Insulin. Die Folgen von erhöhtem Insulin im Blut sind vielfältig: Es wird verstärkt Zucker in der Leber gebildet, das Fettgewebe wird vermehrt aufgebaut und mehr Testosteron gebildet, was das Bild des PCOS verstärkt. Die Behandlung der Insulinresistenz ist also eine wichtige Säule im Rahmen der PCOS-Therapie.

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  • Ich habe PCOS und bin stark übergewichtig. Wird ein Gewichtsverlust meine Fruchtbarkeit fördern?

    Es könnte möglich sein, aber es ist nicht immer der Fall. Es gibt auch schlanke Frauen mit PCOS und unerfülltem Kinderwunsch. Gewichtsverlust kann helfen, die Insulinresistenz zu senken und begleitend den Zyklus zu verbessern. Ein zu schneller Gewichtsverlust kann mehr schaden als nützen. Optimal ist langsamer, aber kontinuierlicher Gewichtsverlust. Ein Gewichtsverlust von etwa 10% Ihres ursprünglichen Gewichts sollte ausreichen, um eine Verbesserung der Symptome zu erreichen.

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  • Ich habe PCOS und bin stark übergewichtig. Was kann ich tun, um abzunehmen?

    Im Allgemeinen erfolgt Gewichtsverlust, wenn die Energiemenge, die verbraucht wird, kleiner ist als die Energiemenge, die durch Nahrung zugeführt wird. Es ist unmöglich, Gewicht zu verlieren, wenn dies nicht der Fall ist.
    Wir empfehlen generell drei Säulen zur Gewichtsreduktion:
    Erstens sollten übergewichtige Frauen mit PCOS ihre körperliche Bewegung erhöhen. Bei jüngeren Frauen ist „walking“ allein nicht ausreichend, um eine größere Menge an Kalorien zu verbrennen, obwohl es die Herz-Kreislauf-Funktion deutlich verbessert. Sie sollten Ihr Bewegungspensum deutlich erhöhen, aber trotzdem langsam beginnen und steigern, am besten unter professioneller Betreuung.
    Zweitens sollten Sie Ihre Kalorienzufuhr beschränken. Dies ist im Allgemeinen als „Kalorien zählen“ bekannt. Im Allgemeinen beträgt der tägliche Kalorienbedarf zwischen 1400 –2000 kcal.
    Drittens sollten Sie Ihre Ernährung umstellen. Es ist wichtig den Anteil an Fett zu reduzieren, da Sie gleichzeitig das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen senken möchten. Da der Bedarf an Proteinen/ Kohlenhydraten und Fetten individuell unterschiedlich ist, sollten Sie sich bei der Erstellung eines Diätplanes von einer Ernährungsberaterin helfen lassen.
    Sollten diese Maßnahmen nicht zum erwünschten Erfolg geführt haben, kommen noch eine medikamentöse Therapie in Betracht. Durch die Senkung der Insulinresistenz, beispielsweise durch Metformin, wird einerseits die fettaufbauende Wirkung des Insulins und andererseits die Zuckerherstellung der Leber vermindert.
  • Ich habe PCOS. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass meine Tochter ebenfalls unter PCOS leidet?

    Eine Beteiligung genetischer Faktoren ist beim PCOS sehr wahrscheinlich. Es ist durchaus möglich, dass Ihre Tochter auch betroffen ist. Einige Ärzte gehen von einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 50% aus.
    PCOS kann sowohl von der Mutter, als auch vom Vater vererbt werden; eine Familiengeschichte mit Diabetes mellitus, PCOS bei der Mutter oder früher Glatzenbildung des Vaters spricht für ein erhöhtes Risiko.

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  • Ich habe sehr starke Stimmungsschwankungen. Kann das durch das PCOS verursacht sein?

    Stimmungsschwankungen bei Frauen können verschiedenste Ursachen zugrunde liegen.
    Auch PCOS kann die Stimmungslage auf einige Arten beeinflussen.
    Da einige Patientinnen gelegentlich einen Eisprung haben, können Sie unter einer Form von prämenstruellem Syndrom (PMS) leiden. PMS tritt generell auf, wenn die für den Eisprung notwendigen Hormonveränderungen nicht ganz regelrecht ablaufen. Diese Art der Stimmungsschwankung ist relativ selten, da Frauen mit PCOS nur unregelmäßig oder gar nicht ihre Periode bekommen.
    Ein anderer Grund für Stimmungsschwankungen bei PCOS-betroffenen Frauen ist die Entwicklung einer Depression oder eines verminderten Selbstwertgefühls. Dies wird nicht den Hormonstörungen zugeschrieben, sondern der Tatsache, dass viele Frauen unter der vermehrten Behaarung, dem Übergewicht, der Akne und dem Haarausfall leiden. Viele Frauen profitieren von einer Selbsthilfegruppe, in der sie sich austauschen können oder suchen psychologischen Rat.

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  • Ich habe Verfärbungen am Hals bemerkt. Muss ich mir Sorgen machen?

    Diese Verfärbung könnte ein Erscheinung sein, die als Acanthosis nigricans bezeichnet wird. Sollte diese vorliegen, brauchen Sie sich nicht sorgen, denn diese Hautveränderung ist für sich höchstens kosmetisch störend und ansonsten harmlos. Acanthosis nigricans ist eine Hautveränderung, die meist am Nacken, Hals, in den Achselhöhlen und unter der Brust erscheint, von dunklerer Farbe ist und einen samtigen Aspekt hat. Es kann die äußerlich sichtbare Manifestation der Insulinresistenz (Begriffsdefinition vgl. unten) und erhöhter Blutzuckerspiegel sein. Die Schwere der Insulinresistenz bestimmt das Ausmaß an Acanthosis nigricans. Obwohl die Acanthosis ein gutes Maß für die Insulinresistenz ist, weisen nicht alle Frauen mit Insulinresistenz eine Acanthosis auf. Wie die Insulinresistenz eine Acanthosis herbeiführt, ist unbekannt.

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  • Ich habe von einer neuen Therapiemöglichkeit, dem Metformin, gehört. Wie wirkt es genau?

    Metformin ist ein Medikament, das seit Jahrzehnten zur Behandlung des Altersdiabetes (Diabetes mellitus Typ 2) eingesetzt wird.
    Es wirkt auf mehreren Wegen. Einerseits wird die Zuckerbildung in der Leber vermindert, andererseits vermindert es in Leber-/Fett-/Muskelzellen die Insulinresistenz, so dass diese Zellen wieder empfindlicher für Insulin werden. Zudem wird weniger Zucker aus dem Darm aufgenommen.
    Insulin beeinflusst den Haushalt der Sexualhormone auf mehreren Ebenen:
    - Aus der Hirnanhangsdrüse wird vermehrt Luteinisierendes Hormon (LH) ausgeschüttet, welche in den Eierstöcken eine vermehrte Bildung von männlichen Hormonen, den sogenannten Androgenen, führt.
    - Am Eierstock selbst und in den Nebennieren stimuliert Insulin die Androgenproduktion.
    - Insulin sorgt in der Leber für eine vermindere Bildung des SHBG, einem Protein, das Androgene im Blut bindet und somit inaktiviert.

    Sinkt die Insulinresistenz, wird auch weniger Insulin von der Bauchspeicheldrüse produziert und somit die Bildung männlicher Hormone weniger angeregt. Folge ist eine verminderte Körperbehaarung, Verbesserung der Akne und des Haarausfalls. Durch die Absenkung der Insulinmengen kann häufig eine Gewichtsreduktion erreicht werden. Zudem kommt es zu einer Normalisierung des Menstruationszyklus. Metformin hat auch eine positive Wirkung bei PCOS-Frauen ohne Insulinresistenz. Allerdings ist der genaue Wirkmechanismus noch nicht genau bekannt.

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  • Ich habe von Glitazonen zur PCOS-Behandlung gehört. Wie wirken Glitazone? Gibt es Nebenwirkungen?

    Glitazone sind wie Metformin Medikamente, die hauptsächlich zur Behandlung des Alterszucker eingesetzt werden. Sie gehören zu den sogenannten Insulinsensitizern, die vornehmlich durch Erhöhung der Insulinempfindlichkeit in Muskeln und Fettgewebe und durch die Hemmung von Zuckerbildung in der Leber wirken. Sie werden in der Leber abgebaut und mit der Gallenflüssigkeit ausgeschieden.
    Die geläufigsten Nebenwirkungen sind Kopfschmerz, Muskelschmerz und Infekte der oberen Atemwege. Der Nachteil dieser Medikamente ist jedoch eine Gewichtszunahme. Wie bei Metformin sollte vorher die Leberfunktion durch Blutuntersuchung überprüft werden. Genauso wie bei Metformin sind die Glitazone für die Behandlung des PCOS nicht zugelassen.

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  • Ich leide schon seit meiner Pubertät sehr unter Akne, die sich mit der Zeit noch verschlimmert hat. Was ist die Ursache und kann etwas dagegen getan werden?

    Akne kann durch eine erhöhte Menge an männlichen Hormonen wie Testosteron verursacht sein. Die männlichen Hormone verursachen eine Kombination von älterem Hautgewebe und öliger Haut. Diese Veränderungen begünstigen eine Vermehrung von Bakterien. Die Folge ist eine Entzündung, die als Akne in Erscheinung tritt. Das PCOS kann eine Ursache für Akne sein, andere endokrinologische Erkrankungen sollten jedoch ausgeschlossen werden (z.B. das Adrenogenitale Syndrom oder das Cushing-Syndrom).
    Zur Behandlung einer Akne werden Medikamente, die die Wirkung von Testosteron an der Haut mindern können, eingesetzt, wie beispielsweise Spironolacton, Flutamid, Cyproteronacetat oder Finasterid. Auch die Pille kann eine Akne verbessern. Diese Medikamente können nicht verwendet werden, wenn ein Kinderwunsch besteht.
    Metformin oder Glitazone können eine Akne vermindern, indem sie die Menge an Testosteron senken. Metformin, Glitazone, Flutamid und Finasterid sind aber leider in Deutschland für die Behandlung von Akne oder anderen PCOS-Symptomen nicht zugelassen und können nur im Rahmen eines sogenannten Heilversuches oder einer klinischen Studie verordnet werden.

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  • Ich leide sehr unter unserem unerfüllten Kinderwunsch. Wo erhalte ich psychologische Unterstützung?

    Beim Beratungsnetzwerk Kinderwunsch Deutschland erhalten Sie Informationen über psychosoziale und psychologische Fachleute, die sich auf die Beratung bei unerfülltem Kinderwunsch spezialisiert haben: www.bkid.de.

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  • Ich leide seit einiger Zeit unter Haarausfall. Auch sind die verbliebenen Haare dünner geworden. Was kann ich dagegen tun?

    Haarausfall wird in Fachkreisen auch als Alopezie bezeichnet. Die Ursachen eines Haarausfalles sind vielfältig, so kann beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion der Grund für einen Haarausfall und eine dünne Haardecke sein. Im Rahmen eines PCOS ist die Hyperandrogenämie, also die Vermehrung männlicher Hormone im Blut, Ursache dieser Beschwerden. Äußerliche Behandlungsmethoden schließen die lokale Anwendung von Minoxidil, Haartransplantaten oder Haareinflechtung ein. Medikamentös kann wie bei Akne entweder die Wirkung von Testosteron an den Haaren durch Spironolacton, Flutamid oder Finasterid vermindert werden oder die Menge an Testosteron durch Metformin oder Glitazonen gesenkt werden. Verschiedene Pillen mit antiandrogener Komponente wirken sich ebenfalls günstig aus. Metformin, Glitazone, Flutamid und Finasterid sind aber leider in Deutschland für die Behandlung von Akne oder anderen PCOS-Symptomen nicht zugelassen und können nur im Rahmen eines sogenannten Heilversuches oder einer klinischen Studie verordnet werden.

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  • Ich leide unter PCOS. Bei den Untersuchungen ist eine Insulinresistenz festgestellt worden. Was hat diese mit dem PCOS zu tun?

    Mindestens 60% aller Frauen mit PCOS sind insulinresistent, viele Untersucher unterstellen eine noch höhere Rate.
    Die bei der Insulinresistenz auftretende erhöhte Menge an Insulin führt zu einer Verstärkung der Hyperandrogenämie, d.h. die Menge an Testosteron und seinen Vorläufern kann durch Insulin noch ansteigen.
    Die zugrundeliegenden Mechanismen sind vielfältig:
    • Insulin stimuliert die Ausschüttung von LH in der Hirnanhangsdrüse. LH ist verantwortlich für die Bildung von Testosteron in den Eierstöcken. Ein Mehr an LH führt also zu einem Mehr an Testosteron.
    • Das dadurch verschobene Verhältnis von LH zu FSH führt zu einer geringeren Umwandlung von Testosteron in Östrogen.
    • Insulin steigert auch direkt an den Eierstöcken die Bildung von Testosteron.
    • In der Leber wird durch Insulin weniger SHBG gebildet. Dies ist ein Protein, das normalerweise Testosteron bindet und somit inaktiviert. Weniger SHBG führt also zu einer höheren Menge an aktivem Testosteron.
    Die Insulinresistenz verstärkt also das klinische Bild des PCOS. Eine Behandlung der Insulinresistenz führt konsequenterweise zu einer Verbesserung der Symptomatik.
    Allerdings wird auch beobachtet, dass selbst Frauen ohne Insulinresistenz von einer Therapie profitieren. Der genaue Wirkmechanismus ist allerdings noch nicht geklärt.

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  • Ich möchte unbedingt schwanger werden, leide aber unter PCOS. Ist die Fehlgeburtenrate bei Frauen mit PCOS erhöht?

    Es scheint eine höhere Fehlgeburtenrate bei PCOS-betroffenen Frauen zu geben. Die genaue Ursache ist allerdings noch nicht bekannt. Eine mögliche Erklärung des frühen Abortes ist der erhöhte LH-Spiegel, der Wirkmechanismus ist nicht geklärt. Eine andere Möglichkeit ist die erhöhte Menge von Insulin im Blut. Es gibt eine klare Verbindung zwischen unkontrollierten Blutzuckerspiegeln und Schwangerschaftsverlust. Eine dritte Erklärung könnte der verspätete Eisprung (nach dem 16. Zyklustag) sein, der mit schlechterer Eizellenentwicklung und verminderter Ei-Qualität einhergeht.
    Einige wenige Studien deuten darauf, dass eine Metformin-Therapie während der Schwangerschaft die Rate der Fehlgeburten, insbesondere bei Frauen mit wiederholten Fehlgeburten, senkt. Da die Datenlage jedoch noch nicht ausreichend ist, kann die Metformingabe in der Schwangerschaft z.Zt. nicht empfohlen werden.
  • Ich schaffe es einfach nicht abzunehmen. Hat das etwas mit meinem PCOS zu tun?

    Die Mehrheit (bis zu 70%) aller PCOS-Frauen leiden unter Übergewicht.
    Bei PCOS liegt häufig eine sogenannte Insulinresistenz vor. Diese wird dafür verantwortlich gemacht, dass die betroffenen Frauen stetig an Gewicht zunehmen und trotz starker Bemühungen nur schwer wieder verlieren können. Auch genetische Faktoren spielen möglicherweise eine Rolle.
    Der Zusammenhang zwischen Insulinresistenz und Übergewicht stellt sich folgendermaßen dar: Insulin ist ein Hormon, also ein Bote des Körpers, das den Körperzellen signalisiert, den im Blut befindlichen Zucker aufzunehmen. Der Insulinrezeptor, das ist der Empfänger der Körperzellen, reagiert aber nicht genügend auf den Boten Insulin, so dass der Zucker nur ungenügend aus dem Blut entfernt wird (Insulinresistenz). Der Körper wiederum reagiert auf diese Störung mit der Ausschüttung immer größerer Mengen Insulins. Insulin wirkt im Fettgewebe aufbauend. Eine größere Menge Insulins bewirkt auch einen stärkere Vermehrung des Fettgewebes.

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  • Inwiefern kann mir körperliche Bewegung bei meinem PCOS hilfreich sein?

    Körperliche Bewegung kann helfen, die Muskelzellen wieder empfindlicher für Insulin zu machen und somit den Blutzucker zu senken. Es stellt also eine Möglichkeit dar, die Insulinresistenz zu mindern. Zudem profitieren Sie von körperlicher Bewegung durch Verbesserung der Herzkreislauffunktion, Muskelaufbau und Gewichtsverlust. Selbst geringe, aber stete Steigerung Ihres Bewegungspensums ist also aus mehreren Gründen sinnvoll.
  • Ist es möglich, dass ich regelmäßige Zyklen habe ohne Eisprung?

    Ja, aber die Ursache ist unklar.

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  • Ist es möglich, polyzystische Ovarien zu haben ohne das Syndrom zu haben?

    Etwa 20-30% aller Frauen haben polyzystische Ovarien, während geschätzt wird, dass 5-10% aller Frauen im gebärfähigen Alter von einem PCOS betroffen sind. PCO ohne PCOS ist daher möglich. Polyzystische Ovarien sollten als ein mögliches Symptom von PCOS betrachtet werden, aber PCOS sollte nicht auf der Basis von PCO als einzigem Kriterium diagnostiziert werden.
  • Ist es wichtig, wann die Hormontests durchgeführt werden?

    Die meisten endokrinologischen Tests sollten innerhalb einiger Tage nach einer spontanen oder induzierten Menstruationsblutung (frühe Follikelphase, Tag 3.-5.) durchgeführt werden. Die Untersuchungen können durch die Einnahme der Pille verfälscht werden. Zur genauen Hormonanalytik müssen daher die Einnahme der Pille mindestens 3 Monate pausiert werden.
    Blutzucker, Insulin und Triglyceride sollten morgens nüchtern, also nach einer Fastenzeit von mindestens 8 und maximal 16 Stunden, gemessen werden.

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  • Ist PCOS ein genetisches Problem? Was ist sonst die Ursache für PCOS?

    Die genauen Ursachen des PCOS sind noch nicht genau geklärt.
    Es steht fest, dass es verschiedene Störungen im hormonellen Haushalt gibt, die sich gegenseitig verstärken. Endresultat dieses Hormonungleichgewichts ist die erhöhte Menge an männlichen Hormonen, die zu den äußerlichen Erscheinungen wie Akne, Haarausfall oder verstärkter Körperbehaarung und unregelmäßigem Zyklus führt.
    Zusätzlich zu den hormonellen Fehlregulationen wird vermutet, dass eine erbliche Vorbelastung eine Rolle spielt, da familiäre Häufungen beobachtet wurden.
    Es treten gehäuft Töchter mit PCOS auf, deren Mütter ebenfalls PCOS oder deren Väter eine frühzeitige Glatzenbildung aufweisen. In etwa die Hälfte der Schwestern und ein Drittel der Mütter der Patientinnen haben ebenfalls dieses Syndrom.
    Genetische Untersuchungen stützen diese Beobachtung.

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  • Ist PCOS heilbar?

    Zur Zeit kann man PCOS leider nicht heilen. Aber mit der richtigen Behandlung können viele der Beschwerden kontrolliert, vermindert oder sogar beseitigt werden. Obwohl es keine Heilung gibt, sollten Sie sich in die Hände eines PCOS-erfahrenen Arztes begeben, um Ihre Gesundheit zu verbessern und einem Fortschreiten der Beschwerden vorzubeugen.

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  • Kann eine Schwangerschaft PCOS heilen?

    Es gibt derzeitig leider keine Möglichkeit, PCOS zu heilen. Aber einige Frauen haben einen regelmäßigeren Menstruationszyklus nach einer Schwangerschaft. Diejenigen, die Schwierigkeiten hatten, schwanger zu werden, können leichter ein weiteres Mal schwanger werden.
  • Kann ich PCOS haben, ohne polyzystische Ovarien zu haben?

    Es weisen nur 70% aller PCOS-Patientinnen polyzystische Ovarien auf. Sie können also auch PCOS haben, ohne dass bei Ihnen eine verstärkte Zystenbildung nachweisbar sein muss, wenn bei Ihnen eine Erhöhung der männlichen Hormone vorliegt und Ihre Periode selten bis gar nicht auftritt.
  • Kann man die Therapie mit Metformin auch durchführen, ohne an einer Studie teilzunehmen?

    Metformin ist in Deutschland nicht für die Behandlung des PCOS (auch nicht in Kombination mit einer Insulinresistenz), sondern nur für den Diabetes mellitus Typ2 zugelassen. Deswegen kann Metformin bei PCOS außer in einer Studie nur im Rahmen eines individuellen Heilversuches (sog. off-label-use) vom Arzt verschrieben werden. Sie müssen dann Ihrem Arzt unterschreiben, dass Sie mit dieser Therapie einverstanden sind. Das Metformin wird dann als Privatrezept verschrieben, so dass die Kosten für das Metformin leider noch von den Patientinnen getragen werden müssen; sie sind aber mit ca. 4 Euro/30 Tabletten erschwinglich.

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  • Kann man Metformin auch zusammen mit einem Glitazon einnehmen?

    Da beide Medikamentengruppen auf verschieden Weise wirken, kann die Kombination eine stärkere Wirkung haben. Ein Kombinationsmedikament ist seit 2004 auf dem Markt, für das PCOS aber nicht zugelassen.
    Die Behandlung mit mehreren Medikamenten gleichzeitig erhöht andererseits häufig Nebenwirkungen, Kosten und die notwendigen Kontrolluntersuchungen, deshalb sollte diese Möglichkeit erst nach Versagen einer Einzelmedikation in Betracht gezogen werden.

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  • Mein Arzt hat mir gesagt, dass PCOS nur ein Problem für mich ist, wenn ich unter unerfülltem Kinderwunsch leide. Ist das wahr?

    PCOS kann die Ursache für unerfüllten Kinderwunsch sein. Viele Frauen mit PCOS
    gehen aufgrund eines Schwangerschaftswunsches zum Arzt. Aber es gibt noch eine Reihe anderer Symptome, unter denen die Patientinnen leiden. Die typischen äußeren Begleiterscheinungen wie Hirsutismus (vermehrte Körperbehaarung männlichen Typs), Akne und Alopezie (Haarausfall), zu denen sich oft Übergewicht gesellt, können das psychische Wohlbefinden der betroffenen Frauen erheblich beeinträchtigen. Die fehlende Monatsblutung fördert das Unwohlsein. Zudem besteht häufig eine sogenannte Insulinresistenz.
    Erwähnt werden muss außerdem eine mögliche, aber selten auftretende Spätfolge des PCOS: Betroffenen Frauen bekommen ihre Periode nur unregelmäßig oder gar nicht. Die normalerweise bei der Menstruation abgestoßene Gebärmutterschleimhaut, das sogenannte Endometrium, verbleibt also über die reguläre Zeit hinaus im Körper und ist der kontinuierlichen Ausschüttung von Östrogenen ausgesetzt. Dies birgt das Risiko einer bösartigen Entartung, eins Endometriumkrebses, in sich.
    Es gibt also noch andere Gründe abgesehen vom Kinderwunsch, um behandelt zu werden. Eine adäquate Therapie kann bestehenden Beschwerden lindern und möglicherweise drohenden Erkrankungen vorbeugen.
  • Mein Arzt hat mir die Pille zur Behandlung des PCOS empfohlen. Soll ich sie nehmen?

    PCOS-Patientinnen profitieren aus mehreren Gründen von der Einnahme der Pille.
    Zunächst erhält die Pille eine Progesteron-ähnliche Komponente, das Progestin, welches die Gebärmutterschleimhaut vor übermäßigem Wachstum und einer mögliche bösartigen Entartung schützt. Zudem verschafft es den betroffenen Frauen eine regelmäßige und voraussehbare monatliche Blutung. Drittens vermindert es die Bildung männlicher Hormone, wenn Sie eine Pille mit antiandrogener Komponente benutzen. Obwohl die Pille das meist verwendete Präparat in der Behandlung des PCOS ist, ist es wichtig zu wissen, dass es nicht für jede Frau geeignet sein muss. Die Pille ist natürlich vornehmlich geeignet für Patientinnen, die keinen Kinderwunsch haben.

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  • Mein Arzt sagt mir, dass ich PCOS habe. Kann ich trotzdem Kinder bekommen?

    Bei Frauen mit PCOS erschweren einige Umstände die Schwangerschaft. Ein spontaner Schwangerschaftseintritt ist jedoch möglich.
    PCOS-Betroffene haben allgemein einen unregelmäßigen oder sogar fehlenden Menstruationszyklus. Ohne Eisprung gibt es kein Ei oder Follikel, das für die Fruchtbarkeit bereitsteht. Selbst wenn ein Follikel sich entwickeln kann, ist der Eisprung aufgrund der oft vorliegenden Kapselfibrose (- das ist eine Verdickung um den Eierstock -) erschwert. Zudem ist die Gebärmutterschleimhaut aufgrund des Hormonungleichgewichts nicht normal entwickelt, so dass eine Einnistung des befruchtungsfähigen Eis erschwert sein kann.

    Kann dieses Problem behoben werden? Die Antwort ist ja.
    Ihr Arzt kann Ihnen auf verschieden Weise weiterhelfen. Zunächst gibt es da die Möglichkeit, künstlich einen Eisprung zu provozieren. Man bezeichnet dies als Ovulationsinduktion. Verwendet werden dazu Wirkstoffe wie Clomiphencitrat oder Gonadotropine.

    Falls eine Ovulationsinduktion allein nicht zum Erfolg führt, kann ein Versuch mit Hilfe der In-vitro-Fertilisation (IVF) gestartet werden. Dabei werden der Patientin nach Stimulation der Eizellenbildung möglichst viele Eier entnommen und „im Reagenzglas“ mit den Spermien des Partners befruchtet. Das befruchtete Ei wird in die Gebärmutter der Patientin eingebracht.
    Viele Frauen haben diese Versuche schon mehrmals hinter sich gebracht. Clomiphen ist ein Medikament, das häufig nicht sehr gut vertragen wird. Die In-vitro-Fertilisation ist zudem sehr kostenintensiv. Trotz allem stellt es eine Möglichkeit dar, wenn Sie schnell schwanger werden möchten.
    Sollten Sie sich selbst mit der Schwangerschaft etwa ein halbes bis ein Jahr Zeit lassen, kann eine Therapieversuch mit Metformin unternommen werden. Die unter Metformin auftretende Absenkung der männlichen Hormone kann einen regelmäßigen Zyklus und den entsprechenden Eisprung bewirken, so dass Sie auf „natürliche“ Weise schwanger werden können.
  • Mein Arzt sagt mir, dass es wichtig ist, dass ich meine Periode bekomme, obwohl ich zur Zeit keine Kinder möchte, warum?

    Frauen mit PCOS haben im Allgemeinen einen unregelmäßigen oder sogar fehlenden Menstruationszyklus. Normalerweise verursacht der zyklische Anstieg und Abfall von Östrogen und Progesteron die monatliche Blutung. Während Östrogen während des gesamten Zyklus gebildet wird, entsteht Progesteron aber nur nach einem normalen Eisprung. Progesteron ist das Hormon, das dem Wiederaufbau der Gebärmutterschleimhaut, dem sogenannten Endometrium, vorbeugt. Frauen mit PCOS haben über langen Zeitraum keinen regelhaften Eisprung, so dass die normalerweise bei der Menstruation abgestoßenen Gebärmutterschleimhaut also über die reguläre Zeit hinaus im Körper verbleibt und der kontinuierlichen Ausschüttung von Östrogenen ausgesetzt ist, ohne Wirkung von Progesteron. Daraus resultiert ein verstärktes Wachstum des Endometriums und somit ist das Risiko einer bösartigen Entartung (Endometriumkrebs) erhöht.
    Um eine mögliche Entartung vorzubeugen, benötigen die betroffenen Frauen also Progesteron. Die meisten Frauen bekommen dies in Form der Pille, die eine Progesteron-Komponente erhält. Sie können auch natürliches Progesteron regelmäßig einnehmen und so denselben Effekt erzielen. Also: Es ist nicht nötig, die Periode zu bekommen. Aber es ist für Frauen mit PCOS notwendig, eine Art von Hormontherapie mit Progesteron zu erhalten, um das Endometrium vor vermehrtem Wachstum zu schützen und einer möglichen bösartigen Entartung vorzubeugen. Orale Kontrazeptiva beinhalten die notwendigen Hormone, sind aber nicht die einzige Möglichkeit. Ihr Arzt kann Sie mit der für Sie persönlich am besten geeigneten Therapie versorgen.
  • Meine Mutter hat eine Ovar-Keilresektion durchführen lassen, um ihr PCOS zu behandeln. Was ist das und kann ich es auch machen lassen?

    Darunter versteht man die Entfernung eines Teiles des Eierstockes in Form eines Keiles. In der Vergangenheit wurde sie sowohl zur Diagnosefindung, als auch zur Therapie durchgeführt. Da es früher noch nicht genügend gute Hormontests gab, wurde das PCOS durch die Untersuchung eines Eierstock-Keiles unter dem Mikroskop diagnostiziert. Hatte der Eierstock ein polyzystisches Aussehen, wurden die Patientinnen als PCOS-betroffen bezeichnet. Zur gleichen Zeit beobachtete man, dass es den Patientinnen besser ging, nachdem man die Eierstöcke keilreseziert hatte. Deshalb war die Ovar-Keilresektion für viele Jahre die bevorzugte Behandlung für das PCOS.
    Diese sehr invasive Prozedur erfordert einen großen chirurgischen Eingriff, welcher mit Bridenbildung, also einer Narbenbildung, um die Eierstöcke herum einhergehen kann, die wiederum die Fruchtbarkeit einschränken und chronische Schmerzen im Becken verursachen kann.
    Heutzutage gibt es eine Vielfalt medikamentöser Möglichkeiten, PCOS zu behandeln, so dass die Keilresektion der Ovarien nur noch von historischer Bedeutung ist und nur selten angewandt wird.

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  • Unerfüllter Kinderwunsch - Ab wann ist eine Abklärung sinnvoll?

    In der Medizin gibt es den Begriff des sogenannten "Pearl-Index". Dieser beschreibt, wie viele Frauen von 100 bei regelmäßigem Geschlechtsverkehr innerhalb eines Jahres schwanger werden. Bei ungeschütztem Sexualverkehr tritt statistisch gesehen nach drei Monaten bei etwa 70 von 100 der Frauen eine Schwangerschaft ein. Nach sechs Monaten liegt die Quote bei etwa 90 und nach 12 Monaten bei etwa 95 von 100 Frauen. Sollte nach einem Jahr des Kinderwunsches trotz des regelmäßigen Geschlechtsverkehrs keine Schwangerschaft eingetreten sein, ist eine medizinische Abklärung beider Partner sinnvoll.
  • Verschlimmert sich PCOS mit der Zeit?

    Es ist möglich, dass sich die Symptome des PCOS während des fruchtbaren Alters, also zwischen 20-40 Lebensjahr, verschlechtern, insbesondere gilt das für die Gewichtszunahme. Häufig bessern sich die Beschwerden mit Erreichen der Menopause.
  • Wann darf ich Metformin nicht einnehmen?

    Eine Therapie kommt nicht in Frage, wenn die Leber- oder Nierenfunktion eingeschränkt ist. Die Blutwerte der Leber und der Niere sollten immer vor einer eventuellen Therapie überprüft werden. Desweiteren darf Metformin nicht bei einem Typ 1 Diabetes mellitus eingesetzt werden. Bei schweren Herz-Kreislauferkrankungen sollte Metformin ebenfalls nicht eingesetzt werden.

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  • Was gibt es für Therapiemöglichkeiten?

    Es gibt derzeit keine Therapie, die das Krankheitsbild beheben kann.
    Allerdings gibt es verschiedene Möglichkeiten, die einzelnen Beschwerden zu lindern:

    Übergewicht:

    Bei starkem Übergewicht wird eine Reduktionsdiät angestrebt. Langfristige Gewichtsabnahmen können nur durch konsequente Einschränkung der Nahrungsaufnahme und regelmäßige körperliche Bewegung erreicht werden.

    Hirsutismus- Akne- Haarausfall:
    Ist der Hirsutismus das führende klinische Merkmal wird bislang eine orale kontrazeptive Therapie insbesondere mit antiandrogener Komponente (z.B. Cyproteronacetat) favorisiert. Diese wirkt sich ebenfalls günstig auf Akne und Haarausfall aus. Zur Aknetherapie werden zudem Präparate mit höherem Östrogen- und niedrigem Progesteronanteil empfohlen. Bei Frauen bis zum 20. Lebensjahr werden die Kosten für orale hormonelle Kontrazeptiva generell von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Bei älteren Patientinnen werden die Kosten auch bei entsprechender medizinischer Indikation, z.B. PCOS übernommen. Eine Verbesserung des Hirsutismus kann in einigen Fällen auch durch den Einsatz von Spironolacton (z.B. 100 mg täglich) erreicht werden, dabei ist jedoch ein Konzeptionsschutz zur Vermeidung fetaler Missbildungen unerlässlich. Niedrig dosierte Glukokortikoide (z.B. Dexamethason 0,25 mg täglich) können in Einzelfällen zur Hemmung der adrenalen Steroidsynthese genutzt werden. Die Kombination von Spironolacton mit Steroiden soll die Remissionsphase des Hirsutismus verlängern.

    Zyklusregulierung:

    Kontrazeptiva, vorzugsweise zyklische Östrogen/Gestagenpräparate, sollten auch bei sonst weitgehend beschwerdefreien Patientinnen zur Prävention eines Endometriumkarzinoms eingesetzt werden.

    Unerfüllter Kinderwunsch:
    Im Falle anovulatorischer Zyklen (d.h. Zyklen ohne Eisprung) ist eine synthetische Ovulationsauslösung mittels Clomiphencitrat möglich. Clomiphen wird seit 1967 in Deutschland zur Ovulationsinduktion eingesetzt und bewirkt eine Ovulation in ca. 70-85% der Patientinnen, wobei die Konzeptionsrate hiernach nur bei 40-50% liegt. Zudem geht die Behandlung, besonders bei PCOS-Frauen, mit einem erhöhten Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft (bei ca. 10% der Patientinnen) einher. Clomiphen darf bislang nur über einen Zeitraum von insgesamt 6 Zyklen erfolgen, da sonst gegebenenfalls das Risiko steigt an einem Ovarialkarzinom zu erkranken. Im Falle eines Therapieversagens bleibt einigen Patientinnen als ultima ratio nur noch die In-Vitro-Fertilisation (IVF).
    Operative Maßnahmen:
    Invasive Verfahren wie die Keilresektion der Ovarien, die erstmals 1935 von Stein und Leventhal beschrieben wurden, werden nur selten angewandt. Heutzutage wird dazu die Minilaparotomie favorisiert. Die Laser-Stichelung der Ovarien kann in einigen Fällen von therapeutischem Nutzen sein. Minimal invasive chirurgische Verfahren wie z.B. die transvaginale Hydrolaparoskopie sind in Erprobung.
    Neue Therapieverfahren (in Deutschland nicht zugelassen!):
    Hirsutismus- Akne- Haarausfall:
    Der Wirkstoff Finasterid, ein sogenannter 5-α-Reduktase Inhibitor, ist in Deutschland in der Behandlung des Hirsutismus bislang nicht zugelassen. Internationale Studien belegen einen positiven Effekt auf den Hirsutismus in einer Dosierung von 5 mg täglich bereits nach 6 Monaten Therapie. Flutamid, ein potentes Antiandrogen, zeigte in Studien eine moderate Besserung der Alopezie nach 12-monatigem Einsatz in einer Dosierung von 250 mg pro Tag und eine positive Beeinflussung des Hirsutismus. Hinsichtlich der Akne zeigt Flutamid ähnlich gute therapeutische Effekte wie eine antiandrogene Ovulationshemmertherapie. Neuere orale Kontrazeptiva, bestehend aus Ethinyl-Östradiol und Drospirenon konnten ebenfalls effektiv in der Behandlung der moderaten Akne eingesetzt werden.
    Insulinresistenz- Metabolisches Syndrom
    Auch wenn die Insulinresistenz nicht die alleinige Ursache für die Entstehung eines PCOS darstellt, so verstärkt die begleitende Hyperinsulinämie durch eine Steigerung der ovariellen und adrenalen Androgenproduktion den Teufelskreis des PCOS. Das Verständnis dieser pathophysiologischen Zusammenhänge führte zum Einsatz der Insulinsensitizer in der Behandlung betroffener Frauen. Internationale Studien zeigten unter Therapie mit Metformin eine signifikante Senkung der Androgene, eine Erhöhung des SHBG und eine Normalisierung des Menstruationszyklus mit Verbesserung der Fertilität. Obwohl unter Metformintherapie eine signifikante Senkung der laborchemischen Hyperandrogenämie erreicht wurde und sich eine deutliche Besserung der Akne fand, zeigte sich der Hirsutismus-Score in vielen Fällen nur moderat gesenkt. Als mögliche Erklärung des mangelnden Therapieerfolgs kann eine erhöhte 5-α-Reduktase Aktivität in der Haut angenommen werden. Der offensichtlich bessere Effekt der Ovulationshemmer, insbesondere mit antiandrogener Komponente, auf den Hirsutismus wird jedoch mit einer Verschlechterung der metabolischen Parameter und einer Gewichtszunahme erkauft. Positive Effekte der Metformin-Therapie lassen sich auch in Kombination Ethinyl-Östradiol/Cyproteron-Acetat oder mit Clomiphen dokumentieren. Erste Daten belegen, dass auch nicht-insulinresistente PCOS-Patientinnen von einer Metformintherapie profitieren (Nestler et al.; Hahn & Janssen). Ähnliche Effekte wurden in klinischen Studien für die Glitazone (Rosiglitazon, Pioglitazon, Troglitazon) gezeigt.
    Orale Antidiabetika und somit auch Metformin werden allgemein als potentiell fruchtschädigend und in der Schwangerschaft als kontraindiziert angesehen. Eine Fortführung der Metformingabe in der Schwangerschaft ist zur Zeit Gegenstand kontroverser Diskussionen. Erste Studien zum Einsatz von Metformin bei schwangeren PCOS-Frauen ergaben keine erhöhte Rate an Entwicklungsverzögerungen oder Missbildungen der Feten. Es zeigt sich jedoch eine Reduzierung der Gestationsdiabetes-Fälle und eine signifikante Senkung der Frühabortrate von 62 auf 26%. Eine Empfehlung zur Fortführung der Therapie in der Schwangerschaft besteht jedoch noch nicht.
    Metformin verbessert erwartungsgemäß auch die Parameter des Metabolischen Syndroms, insbesondere die Insulinresistenz. Besonders hervorzuheben ist auch die Gewichtsabnahme bei adipösen PCOS-Patientinnen, im Mittel etwa 6 – 10 kg in sechs Monaten. Zudem ergibt sich eine Senkung der Triglyceride, des systolischen Blutdrucks und eine Erhöhung des HDL-Cholesterins.
    Praktischer Hinweis
    Metformin sollte zur Minimierung der gastrointestinalen Nebenwirkungen (Übelkeit, Diarrhoe) in der ersten Woche nur in halber Dosierung eingenommen werden. Eine Dosissteigerung kann ggf. auch langsamer erfolgen. Die Therapie ist langfristig in mit einer Dosis von 2 x 850 mg täglich zu empfehlen. Die Gabe sollte jeweils zu einer Mahlzeit erfolgen. Bei Eintritt einer Schwangerschaft ist die Medikation zu beenden. Auch bei normalgewichtigen Frauen treten unter Metformingabe keine Unterzuckerungen (Hypoglykämien) auf.
  • Was ist der Unterschied zwischen einer IVF und einer ICSI?

    IVF ist die Abkürzung für In-Vitro-Fertilisation. Bei einer IVF werden der Frau (nach einer hormonellen Stimulation) Eizellen entnommen und im Reagenzglas mit den Samenzellen des Mannes zusammengeführt. Die Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle erfolgt von selbst. Die so befruchtete Eizelle wird in die Gebärmutter der Frau eingeführt. Diese Methode wird beispielsweise angewandt, wenn die Anzahl der Spermien im Ejakulat zu gering ist, dass nach einem Geschlechtsverkehr genug Spermien "ans Ziel", also zur Eizelle im Eileiter kommen oder die Spermien aufgrund von Bewegungsstörungen nicht in der Lage sind, den Weg bis zum Eileiter selbstständig zurückzulegen.

    Bei der sogenannten "Intracytoplasmatischen Spermieninjektion" (ICSI) handelt es sich um die tatsächlich künstliche Befruchtung. Nach Entnahme von Ei- und Spermienzelle wird das Spermium direkt in die Eizelle eingeführt. Das befruchtete Ei wird danach ebenfalls in der Gebärmutter der Frau eingesetzt. Die ICSI wird angewandt, wenn das Spermium selbstständig nicht in der Lage ist, in die Eizelle einzudringen.

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  • Was ist der Unterschied zwischen PCO und PCOS? Gibt es überhaupt einen? Ich komme da ganz durcheinander.

    PCO ist die Abkürzung für Polyzystische Ovarien. Es besagt "lediglich", dass vermehrt viele kleine Eibläschen (Follikel) im Eierstock vorhanden sind. Der Begriff der Zysten, die der Erkrankung ihren Namen gab, ist unglücklich gewählt, da es sich nicht um wirkliche Zysten, sondern vielmehr um Follikel handelt. Dagegen beinhaltet der Begriff PCOS zusätzlich das Vorhandensein einer Oligo-/Amenorrhoe und einer Androgenerhöhung (klinisch und/oder laborchemisch).

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  • Was ist die maximale Dosis von Metformin, die ich einnehmen darf?

    Die maximale Dosis von Metformin beträgt 2550 mg pro Tag, das entspricht einer Gabe von 3x 850 mg pro Tag. Üblicherweise werden 2x 850 mg bis 2x 1000 mg verordnet.

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  • Was ist ein Schwangerschaftszucker (Gestationsdiabetes)?

    Schwangerschaftsdiabetes tritt auf, wenn bei einer Frau eine Zuckerintoleranz während der Schwangerschaft entsteht. Dies ist eine Störung der Zuckerverwertung, die meist zeitlich auf die Schwangerschaft begrenzt ist und ein Vorläufer oder der Beginn eines Typ2 Diabetes sein kann. In seltenen Fällen kommt es auch in der Schwangerschaft zur Erstmanifestation eines Typ 1 Diabetes mellitus.
    Zusammenfassung der möglichen Ursachen:

    - Manifestation eines Typ 1 Diabetes
    - vorbestehender, bisher nicht bekannter Typ 2 Diabetes
    - passagere Insulinresistenz durch die Schwangerschaft

    Häufigkeit: je nach verwendetem Test und Grenzwert 2 – 20%
    Hapo-Studie: (Hyperglycemia and Adverse Pregnancy Outcome) 2004

    Die Hauptgefahr für das Kind ist die Überversorgung mit Zucker, da die Mutter es nicht genügend verarbeiten kann. Die Folge ist ein übergroßes Baby mit eventueller Lungenunreife und Geburtskomplikationen. Ein Schwangerschaftsdiabetes sollte also frühzeitig erkannt und mit Insulin therapiert werden.

    Diagnostik (Empfehlung der AG Diabetes und Schwangerschaft 2001):
    - Screening mit 50 g Glukose bei allen Schwangeren (pathologisch > 140mg/dl)
    - oder besser oraler Glukosetoleranztest mit 75g Glukose in der 24 - 28 SSW
    Beim PCOS ist es jedoch sinnvoll den OGTT schon im ersten Trimenon durchzuführen.
  • Was ist eine Endometriumhyperplasie und wie kann das Risiko der Entstehung gemindert werden?

    Endometriale Hyperplasie ist eine Verdickung der Gebärmutterschleimhaut mit dem Vorhandensein abnormer Zellen. Es stellt eine Vorstufe der bösartigen Entartung, dem Endometriumkrebs, dar. Zur Feststellung einer Endometriumhyperplasie wird eine Probeentnahme mit Hilfe eines dünnen Katheters durchgeführt. Die Probe wird durch einen Pathologen untersucht, der die Diagnose stellt.
    PCOS-Patientinnen ohne regelmäßige Periodenblutungen haben ein höheres Risiko, eine Endometriumhyperplasie zu entwickeln. Der Schlüssel zur Vorbeugung ist die Auslösung regelmäßiger Menstruationsblutungen durch die „Pille“ mit Progesteron oder Progestin.
  • Was ist eine Hyperprolaktinämie und was kann dagegen getan werden?

    Unter Hyperprolaktinämie versteht man die Erhöhung von Prolaktin im Blut, die bei Frauen mit PCOS gelegentlich vorkommt. Prolaktin ist ein Hormon, das von der Hirnanhangsdrüse gebildet wird und für die Milchproduktion verantwortlich ist. Erhöhten Prolaktinspiegeln wird auch ein Beitrag zur Unregelmäßigkeit des Menstruationszyklus zugesprochen. Ein erhöhtes Prolaktin sollte aber dringend endokrinologisch abgeklärt werden, da es durch andere Erkrankungen verursacht werden kann (z.B. Prolaktinom, Schilddrüsenerkrankung etc.).
  • Was ist eine In-vitro-Fertilisation? Ist es eine gute Möglichkeit für mich, trotz PCOS schwanger zu werden?

    Unter In-vitro-Fertilisation versteht man einen Prozess der künstlichen Befruchtung, bei dem die Follikelentwicklung in den Eierstöcken medikamentös gefördert wird, um reife Eizellen zu erhalten. Die gereiften Eizellen werden entnommen und künstlich, d.h. im Reagenzglas befruchtet. Der daraus entstehende Embryo wird in die Gebärmutter eingesetzt.

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  • Was ist eine Insemination?

    Unter Insemination versteht man die künstliche Einführung des zuvor gewonnen Ejakulats in die Gebärmutter. Diese Prozedur wird durchgeführt, wenn die Spermien z.B. aufgrund von Bewegungsstörungen selbst nicht in der Lage sind, die Strecke bis in die Gebärmutter zurückzulegen.

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  • Was ist Insulinresistenz und woher weiß ich, ob bei mir eine Insulinresistenz vorliegt?

    Insulin ist ein Hormon, also ein Botenstoff, das von der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es signalisiert den Körperzellen, dass sie den für den Energiehaushalt notwendigen Zucker aufnehmen sollen. Bei der Insulinresistenz reagieren die speziell vorhandenen Empfänger an den Körperzellen nicht ausreichend auf das Insulin, so dass nur ungenügend Zucker aus dem Blut entfernt und in die Zellen transportiert wird. Der Körper reagiert im Ausgleich darauf mit einer vermehrten Ausschüttung von Insulin.
    Die Insulinresistenz kann mit dem sogenannten Glucose-Clamp-Test erfolgen, dessen Durchführung für die Praxis jedoch zu aufwendig ist. Eine Methode ist die Messung der Insulinausschüttung bei nüchternen Patientinnen und während des oralen Glukose-Toleranz-Tests (OGTT). Zur Berechnung eignet sich der Homeostasis Model Assessment-Test (HOMA), der mit der Bestimmung der Nüchternwerte für Blutzucker und Insulin auskommt: HOMA IR=[(Nüchterninsulin μU/ml x Nüchternglucose mmol/L) / 22,5]. Beim Gesunden liegt der HOMA etwa zwischen 1 und 2.

    Sie sollten in Ihrer Familiengeschichte nach Verwandten mit einer Zuckererkrankung forschen. Gibt es mehrere Betroffene, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Sie eine Insulinresistenz haben.
  • Was ist mit PCOS in den Wechseljahren? Gibt es Erfahrungen?

    Leider gibt es nur wenige Langzeituntersuchungen. Diese zeigen, dass sich die Beschwerden, die mit dem Überschuss an männlichen Hormonen verbunden sind, sich bei Frauen nahe der Menopause verbessern.
    Da viele Patientinnen mit PCOS jedoch eine Insulinresistenz haben, die mit der Gefahr der Entstehung von Diabetes mellitus oder Herzerkrankungen einhergeht, kann sich das Risiko an Diabetes, Gefäß-/ Herzschäden zu erkranken mit dem Alter bei diesen Patientinnen erhöhen. Studien, die dies belegen, gibt es jedoch bislang nicht. Erhöhte Blutfettwerte, Blutzucker und Blutdruck sollten trotzdem weiterhin kontrolliert und eventuell therapiert werden.

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  • Was ist PCOS genau und welche Symptome gibt es dafür?

    PCOS ist die Abkürzung für das Polyzystische Ovarialsyndrom. Der Begriff umfasst ein Krankheitsbild, das auf erhöhten männlichen Hormonen im Blut beruht.

    Klinisch macht sich das Syndrom durch unregelmäßige bis fehlende Menstruationsblutung und äußerliche Veränderungen wie verstärkte Körperbehaarung, Akne, Haarausfall und Übergewicht bemerkbar. Es müssen nicht alle Symptome vorhanden sein. Viele Frauen leiden zudem häufig unter unerfülltem Kinderwunsch. Bei 70% der betroffenen Frauen wird in der gynäkologischen Ultraschalluntersuchung eine vermehrte Bildung von Eibläschen (Follikel) in den Eierstöcken festgestellt, die irrtümlich auch als Zysten bezeichnet werden und dem Krankheitsbild den Namen gaben.

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  • Was muss ich mir unter einem Metabolischen Syndrom verstehen?

    Der Begriff des Metabolischen Syndroms oder des Syndroms X fasst Erkrankungen zusammen, die ein erhöhtes Risiko von Spätfolgen im Sinne von Herz- und Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall in sich bergen. Es ist eine Kombination von Insulinresistenz oder Diabetes mellitus, erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck, Adipositas (starkes Übergewicht) und erhöhten Harnsäurewerten.
    Nach den Kriterien der WHO (World Health Organisation) von 1998 wird das Metabolische Syndrom folgendermaßen definiert:

    Vorliegen einer pathologischen Glukosetoleranz oder eines Typ 2 Diabetes mellitus mit Insulinresistenz/Hyperinsulinämie + mindestens zwei der folgenden Kriterien:
    - Adipositas (BMI > 30, android)
    - Hypertonie (RR > 140/90)
    - Hypertriglyceridämie (> 150 mg/dl)
    - niedriges HDL-Cholesterin (

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  • Was sollte ich bei Kinderwunsch beachten?

    Bei bestehendem Kinderwunsch sollte bereits frühzeitig eine Therapie mit Folsäure begonnen werden, um seltene, aber schwerwiegende Missbildungen des Kindes zu verhindern. Dies gilt für alle Schwanere, nicht nur für PCOS-Patientinnen.

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  • Was verursacht eigentlich die vermehrte Behaarung im Gesicht und anderen Teilen des Körpers und wie kann sie entfernt werden?

    Ausgeprägter Haarwuchs vom eher männlichen Verteilungstyp wird als Hirsutismus bezeichnet und ist das häufigste Problem der PCOS-betroffenen Frauen.
    Hirsutismus ist sehr belastend, weil es kosmetisch beeinträchtigt und Frauen das Gefühl vermittelt, weniger feminin zu sein.
    Hirsutismus kann in vielen Fällen behandelt werden. Im Allgemeinen beinhaltet die Behandlung unter PCOS auftretenden Hirsutismus eine Kombination kosmetischer, mechanischer und medikamentöser Therapie. Kosmetische oder mechanische Methoden können den Gebrauch von Strom, Creme oder Lasertherapie einschließen. Leider werden die Kosten für diese Verfahren in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen. Haarentfernung mittels Wachs und Peeling wird nicht mehr empfohlen, da diese Methoden der Haarentfernung den Haarwuchs stimulieren und Haarfollikel-Entzündung inklusive der Entwicklung eingewachsener Haare und Akne fördern kann. Eine Alternative stellt die Rasur zur zeitweisen Entfernung der Haare dar.
    Medikamente, die bei der Behandlung des Hirsutismus eingesetzt werden können, schließen diejenigen Präparate ein, die die Menge der männlichen Hormone reduzieren, wie beispielsweise die Pille. Auch unter Metformin wird ein Rückgang der Körperbehaarung beobachtet. Andere Medikamente hemmen die Wirkung der männlichen Hormone an der Haut. Derart wirkende Medikamente sind beispielsweise Spironolacton, Flutamid, Cyproteronacetat und Finesterid. Metformin, Glitazone, Flutamid und Finasterid sind aber leider in Deutschland für die Behandlung von Akne oder anderen PCOS-Symptomen nicht zugelassen und können nur im Rahmen eines sogenannten Heilversuches verordnet werden. Insgesamt gibt es zahlreiche Methoden, um Hirsutismus zu behandeln. Sie müssen sich also nicht damit abfinden.

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  • Was wird unter dem Begriff "Infertilität" genau verstanden?

    Die Begriffe Infertilität oder Sterilität sind die medizinischen Fachbegriffe für eine ungewollte Kinderlosigkeit. Wenn bei einem Paar trotz bestehenden Kinderwunsches und regelmäßigem Geschlechtsverkehr nach einem Jahr keine Schwangerschaft eingetreten ist, wird der Zustand als Infertilität oder Sterilität bezeichnet. Diese Bezeichnungen beinhalten keine Erklärung für die zugrunde liegende Ursache.

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  • Welche Blutuntersuchungen sollten durchgeführt werden, um ein PCOS zu diagnostizieren?

    Die Bluttests verfolgen verschiedene Ziele:
    Zum einen müssen andere Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse, der Nebenniere, der Eierstöcke und der Schilddrüse ausgeschlossen werden, die zu einer ähnlichen Symptomatik führen können; dazu gehören der Dexamethason-Suppressionstest, Prolaktin, ACTH-Test mit Bestimmung von Cortisol und 17-OH Progesteron, LH-, FSH-, SHBG-, TSH- und fT4- Bestimmung.
    Zum anderen wird die Menge von männlichen (Testosteron, Androstendion, DHEA, DHEAS) und weiblichen Hormonen (Östradiol, Progesteron) gemessen, um einerseits etwaige Tumoren der Eierstöcke auszuschließen und andererseits ein Vorliegen des PCOS zu bekräftigen.
    Außerdem sollten die noch weitere Routineuntersuchunen wie die Bestimmung der Blutfettwerte, Leberwerte, Nierenwerte etc. erfolgen, um den allgemeinen Gesundheitsstatus einzuschätzen.
    Zur Bestimmung der Insulinresistenz oder eines eventuell vorliegenden Diabetes mellitus wird die Menge von Insulin und Zucker im Blut bestimmt und ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt. Die Insulinresistenz wird nach bestimmten Kriterien und Berechnungen im OGTT definiert, z.B. mittels des sogenannten HOMA-Tests.

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  • Welche Laborparameter sollten unter Metformin kontrolliert werden? Und in welchen Zeitabständen muss ich zur Kontrolle?

    Sie sollten etwa ein Monat nach Beginn der Therapie die Leber-, Nieren- und Androgenwerte überprüfen lassen. Die weiteren Kontrollen sollte alle 6 Monate oder bei Eintritt einer Schwangerschaft erfolgen.

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  • Welche möglichen Ursachen gibt es für eine ungewollte Kinderlosigkeit?

    Die Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch sind mannigfaltig. Häufig liegen organische Ursachen vor, aber auch seelische, wirtschaftliche oder berufliche Widrigkeiten können zu einer ungewollten Kinderlosigkeit führen. Risikofaktoren wie das Alter der Frau, Lebensweise, Ernährung, Übergewicht, Nikotin- oder Alkoholkonsum beider Partner können die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen.

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  • Welche Nebenwirkungen habe ich zu erwarten?

    Metformin ist im Allgemeinen ein sicheres Medikament, trotzdem können Nebenwirkungen auftreten.
    Unter Metformin treten häufig Probleme des Magen-Darm-Traktes auf. Die Patientinnen leiden unter Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Durchfall. Diese Beschwerden treten bei etwa einem Drittel der Patientinnen mit Therapiebeginn auf und verschwinden in den meisten Fällen nach etwa 3-4 Wochen.
    Um diesen Beschwerden vorzubeugen, sollten Sie die Tabletten zu oder nach den Mahlzeiten einnehmen. Halten die Beschwerden länger an, sollten Sie die Medikation absetzen und das weitere Vorgehen mit Ihrem Arzt besprechen. Als weitere Nebenwirkung ist die Empfindung eines metallischen Geschmacks zu erwähnen.
    Außerdem wird Metformin mit einer sehr seltenen, möglicherweise ernsten Nebenwirkung, der „Laktatazidose“, (Übersäuerung des Blutes) in Verbindung gebracht. Dies tritt bei nieren- oder leberkranken Diabetikern auf. Bei PCOS-Patientinnen wurde es bisher nicht bachgewiesen. Dennoch sollten sie vor und während der Metformintherapie die Leber- und Nierenfunktion von Ihrem Arzt prüfen lassen.

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  • Welche organischen Ursachen kommen bei mir als Erklärung für die ungewollte Kinderlosigkeit in Frage?

    Als organische Ursache einer Infertilität liegen zumeist hormonelle Störungen zugrunde. Beim PCOS führt der Überschuss an männlichen Hormonen dazu, dass im Eierstock eine vermehrte Anzahl von Eibläschen gebildet werden, diese aber dann in einem bestimmten Entwicklungsstadium verharren, so dass es seltner zu einem Eisprung kommt. Des weiteren wird ein möglicher Eisprung dadurch erschwert, dass sich eine Bindegewebskapsel um den Eierstock bildet. Die nicht weiter entwickelten Eibläschen sind im gynäkologischen Ultraschall als "Polyzystische Ovarien" sichtbar.

    Neben dem PCOS können auch andere Erkrankungen der Eierstöcke, der Nebennieren und der Hirnanhangsdrüse zu Fruchtbarkeitsstörungen führen. Sowohl Schilddrüsenunter-, als auch -überfunktionen können die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen.

    Fehlbildungen der Gebärmutter oder Schädigung der Gebärmutterschleimhaut können zu einer Verhinderung der Ei-Einnistung führen, wie beispielsweise gutartige Knoten der Gebärmuttermuskulatur (sogenannte Myome) oder eine Endometriose. Bei der Endometriose handelt es sich um eine Ansiedelung von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Diese Ansiedelungen können sich im Eierstock, Eileiter, Harnblase oder Bauchhöhle befinden. Eine Endometriose ist bei Frauen im Alter zwischen 30-40 Jahren eine relativ häufige Ursache für Infertilität.

    Eine weitere mögliche Ursache ist die Undurchlässigkeit der Eileiter, z.B. nach einer Infektion mit Chlamydien. Diese Bakterien sind durch Geschlechtsverkehr übertragbar und verursachen schmerzlose und damit häufig unbemerkte Entzündungen im Eileiter.

    Des weiteren sollten angeborene Störungen wie Chromosomenanomalien, also eine Abweichung von der normalen Chromosomenzahl oder -struktur in Betracht gezogen werden. In seltenen Fällen bildet der Körper der Frau Abwehrstoffe, sog. Antikörper, gegen die eigenen Eizellen oder die Samenzellen des Partners.

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  • Welche organischen Ursachen könnten bei meinem Partner den unerfüllten Kinderwunsch erklären?

    Beim Mann können folgende Störungen zu einer Sterilität führen:
    • Der Hoden produziert keine Spermien aufgrund einer durchgemachten Mumps-Infektion mit Hodenentzündung oder nach Operationen, Strahlen- oder Chemotherapie.
    • Der Hoden produziert zu wenig Spermien. Neben Umweltfaktoren wie Streß, ungesunder Ernährung, Alkohol- oder Nikotinkonsum, kann eine Erhöhung der Hodentemperatur (zu enge Hosen oder Krampfadern der Hoden) zu einer verminderten Spermienproduktion führen. Auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Gicht können die Entwicklung der Samenzellen negativ beeinflussen.
    • Die Samenzellen sind unbeweglich oder deformiert. Die Samenzellen sind aufgrund fehlender Samenfäden nicht in der Lage, sich fortzubewegen oder es mangelt Ihnen an Enzymen im Samenköpfchen, ohne die sich nicht in die Eizelle eindringen können. Eine natürliche Auslesefaktor stellen diese Fehlbildungen bei vorhandenen Chromosomenfehlern dar, können aber auch in Folge von Strahlen- oder Chemotherapie auftreten.
    • Dem Ejakulat mangelt es an Samenflüssigkeit. Der Großteil des Ejakulats besteht neben den Samenzellen aus einer in den Samenbläschen gebildeten Flüssigkeit, die den Samenzellen als Transport- und Ernährungsmedium dient. Eine Folge von Geschlechtskrankheiten wie Chlamydieninfektion oder Syphillis kann zu einer Verstopfung der Samenwege führen.
    • Auch beim Mann müssen angeborene Störungen wie Chromosomenanomalien, also eine Abweichung von der normalen Chromosomenzahl oder -struktur in Betracht gezogen werden. In seltenen Fällen bildet der Körper Abwehrstoffe, sog. Antikörper, gegen die eigenen Samenzellen.

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  • Wenn PCOS nicht heilbar ist, muss ich dann lebenslang Metformin einnehmen?

    Sie haben insofern recht, dass PCOS zur Zeit nicht heilbar ist. Die Behandlung dieses Syndroms beschränkt sich also auf eine Linderung der Beschwerden und einer Vorbeugung eventuell auftretender Spätfolgen. Die Möglichkeiten sind zwar vielfältig, helfen aber nur so lange Sie auch die Medikamente einnehmen.
  • Wie erfolgt die Beurteilung des Gebärmutterhalsschleims?

    Die Menge und Qualität des Schleims, der von dem Gebärmutterhals produziert wird, unterliegt den hormonellen Veränderungen während des Menstruationszyklus, so dass zu bestimmten Zeiten des Zyklus sich die Art des Schleims speziell verändert. Zu Beginn des Zyklus ist der Östrogenspiegel relativ niedrig und die Drüsen des Gebärmutterhalses produzieren nur wenig Schleim, die Scheide ist eher trocken. Zum Eisprung hin steigt der Östrogenspiegel auf ein Maximum an, so dass vermehrt Schleim gebildet wird. Die Beschaffenheit des Cervixschleims verändert sich von dickflüssig-zäh zu flüssig, klar und elastisch. In diesem Stadium bezeichnet man ihn als spinnbaren Schleim, da er sich zwischen zwei Fingern spinnen lässt ohne abzureißen. Am Ende des Zyklus wird der Schleim aufgrund des Östrogenabfalls weißlich und klumpig und die Menge nimmt wieder ab. Zäher Schleim im Gebärmutterhals verpfropft den Eingang zur Gebärmutter während der unfruchtbaren Zeit und schützt so den Körper vor dem Eindringen von Bakterien. Der spinnbare Schleim soll dem Spermium den Weg durch die Scheide bis zur gesprungenen Eizelle im Eileiter erleichtern. Der Cervixschleim dient als Gleit- und Transportmittel für die Spermien, schützt die Spermien vor dem sauren Milieu der Scheide und beinhaltet zur Versorgung der Spermien Zucker. Spinnbarer Schleim ist also ein Zeichen für die "fruchtbare" Zeit.

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  • Wie erkenne ich den Zeitpunkt meines Eisprunges?

    Abgesehen von Blutuntersuchungen und gynäkologischen Untersuchungen beim Arzt zu den entsprechenden Zeitpunkten, können Sie auch selbst Hinweise auf den Zeitpunkt Ihres Eisprunges erhalten, indem Sie Ihre Basaltemperatur, die Beschaffenheit Ihres Muttermundes und des Gebärmutterhals-Schleims (Cervixschleim) beobachten. Es empfiehlt sich ein Kurvenblatt anzulegen, in dem Sie alle Ergebnisse dieser Untersuchungen täglich festhalten. In Zusammenschau der Veränderungen von Körpertemperatur und Cervixschleim lässt sich die fruchtbare Phase und der Zeitpunkt des Eisprungs erkennen.

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  • Wie funktioniert die Temperaturmessmethode?

    Zur Erstellung der Basaltemperaturkurve wird täglich ab dem ersten Tag der Periode die Körpertemperatur nach dem Aufwachen gemessen. Die Messung im Po oder in der Scheide bringt die genauesten Messergebnisse. Sie sollten sich für eine Meßmethode entscheiden und bei dieser bleiben. Auf diese Weise erfahren Sie die Grundtemperatur Ihres Körpers, also Ihre Basaltemperatur Eine Körpertemperaturerhöhung um 0,2 bis 0,5 Grad Celsius lässt auf einen Anstieg des Gelbkörperhormons Progesteron schließen – dies ist ein Zeichen, das der Eisprung stattgefunden hat.

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  • Wie häufig ist eine ungewollte Kinderlosigkeit?

    Statistisch gesehen ist in Deutschland jedes siebte Partnerschaft ungewollt kinderlos, und die Anzahl der Paare mit unerfülltem Kinderwunsch steigt stetig.

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  • Wie häufig sollten die Tests wiederholt werden?

    Die meisten Untersuchungen, außer sie dienen der Verlaufskontrolle, müssen nicht wiederholt werden.

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  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Ursache unserer ungewollten Schwangerschaft bei mir bzw. bei meinem Partner zu finden ist?

    Eine unerfüllter Kinderwunsch ist immer eine Angelegenheit, die beide Partner betrifft. Liegen organische Ursachen der ungewollten Kinderlosigkeit zugrunde, sind diese in gleichen Anteilen entweder beim Mann oder bei der Frau zu finden (jeweils 30%). In wiederum 30% der Fälle besteht bei beiden Partnern gleichzeitig eine organische Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch vor. Bei den restlichen 10% ist die Ursache unbekannt.

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  • Wie hoch sind die Chancen (bei einem gesunden Paar) schwanger zu werden?

    Ein gesundes Paar mit regelmäßigem Geschlechtsverkehr innerhalb eines Menstruationszyklus hat maximal eine Wahrscheinlichkeit von 20 – 30 % schwanger zu werden. Setzen Sie sich selbst also nicht unter Druck. Auch unter normalen Verhältnissen braucht es seine Zeit.

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  • Wie kann ich mit anderen Frauen mit unerfüllten Kinderwunsch in Kontakt treten?

    Es existieren spezielle Selbsthilfegruppen für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch:
    Wunschkind e.V.
    Fehrbelliner Strasse 92
    10119 Berlin
    Tel: 0180-5002166
    www.wunschkind.de

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  • Wie können wir bei unerfülltem Kinderwunsch nun vorgehen? Was ist zu tun?

    Gehen Sie beide zum Arzt. Die Diagnostik der ungewollten Kinderlosigkeit schließt beide Partner mit ein. Aus praktischen Gründen erfolgen zunächst nicht invasive diagnostische Schritte, also Untersuchungen, die keinen Eingriff in den Körper mit sich bringen. Das beinhaltet für den männlichen Part die Untersuchung des Ejakulats beim Urologen oder Endokrinologen. Dieser erstellt ein sogenanntes Spermiogramm. Unter dem Mikroskop wird die Anzahl und die Qualität der Spermien bestimmt. Der Frau wird die Erstellung einer Basaltemperaturkurve (siehe "Wie funktioniert die Temperaturmessmethode?") empfohlen. Abhängig von den Ergebnissen dieser Untersuchungen werden weitere Schritte wie Blut- und gynäkologische Untersuchungen eingeleitet. Erst wenn diese Schritte nicht zur Abklärung beigetragen haben, wird eine Überprüfung der Durchlässigkeit der Eileiter mittels Bauchspiegelung oder eine Spiegelung der Gebärmutter erwogen.

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  • Wie werden polyzystische Ovarien mit dem Ultraschall festgestellt?

    Ein Ultraschall der Eierstöcke wird allgemein transvaginal durchgeführt, wobei ein Schallkopf in der Vagina platziert wird, um Sicht auf die Ovarien zu erhalten. Ein typischer PCOS-Eierstock ist etwa 1.5-3 Mal größer als gewöhnlich (größer als 10 ml) und/ oder hat einen „Perlenketten-artigen“ Aspekt, wobei die Perlen die Zysten darstellen. Um die Kriterien des PCOS zu erfüllen, müssen 12 oder mehr Zysten von einer Größe zwischen 2-9 mm Durchmesser in mindestens einem Eierstock nachweisbar sein.
  • Wie wichtig ist das Verhältnis LH:FSH?

    Das Verhältnis zwischen LH und FSH variiert. Die meisten Frauen vor der Menopause haben ein Verhältnis von 1:1. Sind die LH-Werte erhöht, sollten weitere Untersuchungen in Richtung PCOS erfolgen. Manche gehen Ärzte sagen, dass ein LH/FSH-Verhältnis von größer als 2:1 oder 3:1 ein PCOS indiziert. Der erhöhte Quotient ist aber nicht Bestandteil der Diagnosekriterien.

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  • Wie wird die Diagnose PCOS gestellt?

    Zur Diagnosefindung benötigt Ihr Arzt Ihre medizinische Vorgeschichte (Zyklus etc.).
    Hinzukommen Blutuntersuchungen, in denen die Spiegel diverser Hormone bestimmt werden, um zum einen die im Blut befindliche Menge an männlichen und weiblichen Hormonen zu bestimmen und zum anderen, um Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse, der Nebenniere und der Eierstöcke auszuschließen.
    Es wird zudem ein sogenannter OGTT, der orale Glukosetoleranztest, durchgeführt. Dieser gibt Hinweise auf eine Insulinresistenz und/oder auf das Vorliegen einer Diabetes-Vorstufe (pathologische Glucosetoleranz) oder eines Diabetes mellitus Typ 2.
    Zu einer vollständigen Diagnostik des PCOS gehört auch ein Ultraschall der Eierstöcke. Denn nach der aktuellen Definition können polyzystische Ovarien ein Kriterium für die Diagnose sein.

    Definition nach NIH:

    In der National Institutes of Health (NIH) Conference im Jahre 1990 wurde das PCOS charakterisiert durch das Vorhandensein einer Oligo- oder Amenorrhoe in Kombination mit einer klinischen (Akne, Hirsutismus, Haarausfall) und/oder laborchemischen Hyperandrogenämie, nach Ausschluss anderer Erkrankungen der Hypophyse, Nebenniere und des Ovars.

    Definition nach Rotterdam:

    Nach Ausschluss anderer Erkrankungen kann die Diagnose PCOS gestellt werden, wenn zwei der drei folgenden Punkte zutreffen:

    - unregelmäßiger (Oligo-) bis fehlender Zyklus (Amenorrhoe), d.h. ein verlängerter Zyklus über 35 Tage bis weniger als eine Menstruationsblutung im letzten halben Jahr
    - Äußerliche Zeichen einer Vermehrung der männlichen Hormone (Hyperandrogenämie), wie verstärkte Körperbehaarung, die eher dem männlichen Verteilungsmuster entspricht, Akne oder Haarausfall und/ oder eine nachgewiesen Erhöhung der männlichen Hormone im Blut (Testosteron, DHEAS, Androstendion)
    - vermehrte Zystenbildung der Eierstöcke (polyzystische Ovarien):
    nach der neuesten Definition müssen 12 oder mehr Zysten von einer Größe zwischen 2-9 mm Durchmesser in mindestens einem Eierstock nachweisbar und/ oder mindestens ein Eierstock größer als 10 ml sein

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  • Wieviel Sport ist notwendig?

    Die meisten Ärzte schlagen mindestens 30 Minuten drei mal pro Woche vor, um eine allgemeine Gesundheitsverbesserung zu erreichen und mehr, um Gewicht zu reduzieren. Es ist hilfreich, langsam zu beginnen und sich langsam zu steigern.

Auf dieser Seite finden Sie eine Auflistung der am häufigsten gestellten Fragen zum Polyzystischen Ovarialsyndrom.